Schreibmonat November

Schreibmonat November

Schreibmonat November: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um dich.

 

Hey Wölfe. Heute reden wir über den „Schreibmonat November.“ Warum ist er so wichtig für uns Autoren? Wie nutzt man ihn, ohne sich selbst zu zerfleischen? Und was bringt eigentlich eine persönliche Schreibchallenge? Sind nur ein paar der Fragen, mit denen ich mich auseinandergesetzt habe. 

Setzen wir uns ans Feuer, trinken Tee und reden darüber. Kayla und Tanaka warten schon auf uns. 


Was bedeutet NaNoWriMo eigentlich?

 

NaNoWriMo steht für „National Novel Writing Month“. In diesem Monat ziehen sich viele Schreibende in ihre Höhlen zurück und lassen die Finger über die Tasten fliegen, bis sie glühen.

Das Ziel: 50.000 Wörter in 30 Tagen – eine solide Rohfassung. Im Schreibmonat November kannst du mal die Perfektion beiseitelegen. Denn es geht nur um dich und deine Geschichte.

Hier kannst du genau nachlesen, was er ist. 

Ob du: 

  • allein schreibst
  • Online-Schreibsessions nutzt
  • dich mit Schreibpartnern zusammentust
  • oder in Schreibwerkstätten sitzt—

ist völlig egal.

Hauptsache, du schreibst.

Schreibmonat-November2

Na, bist du schon am Schreiben? Ich, Tanaka, behalte dich auf jeden Fall im Auge.


Warum ist der Schreibmonat so wertvoll?

 

Weil man sich ausprobieren kann. Weil man seine Angst vor dem Drauflosschreiben verlieren soll. Er hilft dabei, eine Schreibroutine einzuführen. Aber vor allem bringt er uns zum Schreiben.

Egal, ob im Rudel oder allein. Hauptsache, man setzt sich hin und bringt etwas zu Papier. Hier geht es nur darum, dass du einfach mal deinen inneren Kritiker ignorierst. Schreibmonat November: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um dich. Schreib, wonach dir ist. 


Schreibmonat ist wichtig, …

 

  • Weil er dir hilft, deine Angst vor dem weißen Blatt zu verlieren.
  • Weil er eine Routine fördert.
  • Weil er dich wieder fühlen lässt, warum du angefangen hast zu schreiben.
  • Hier geht es nicht um Perfektion.
  • Nicht um Grammatik, Zeitform oder Eleganz.

Hier geht es um Funken. Energie. Ideen.


Schreib, wonach dir ist:

 

  • Drama? Dann lass es krachen.
  • Poesie? Dann lass es fließen.
  • Horror? Hau uns um.

Ein Vampir ohne Zähne, der ums Überleben kämpft? Los, gib ihm Würde.

Der Zahnlose Vampir

„Wenn’s hässlich wird, ist es gut. Schönheit polieren wir später.“

— Kayla, während sie sich einen Espresso hinter die Ohren kippt.


Wie schalte ich beim Schreiben den Kopf aus?

 

Sagen wir es mal so: Bei manchen ist er ja gefühlt 24/7 aus. Oder sogar defekt und sollte wieder zurückgeschickt werden, wenn die Garantie noch vorhanden ist. 😉 Kleiner Scherz. 

  • Musik hilft. Denn sie erzeugt Bilder. Gefühle. Atmosphären.
  • Schreib draußen. Selbst im Kalten, mit Decke und Tee.
  • Die Geräusche der Welt öffnen Türen, die dein Verstand manchmal verschließt oder aber auch ignoriert.

Angst vor dem Schreiben, dann schlüpfe in eine andere Rolle …

 

Leider gibt es immer noch Schreiberlinge, die Angst davor haben, ein Wort zu verfassen. Es könnte ja sein, dass es jemand Fremdes liest, und dann geht die Welt unter. Tut sie nicht! Ihr könnt euch beruhigen.

Aber wenn du trotzdem Hemmungen hast, dann werde zu jemand anderen. Nimm dir eine Brille. Mach dir einen Dutt. Werde zu einer Kunstfigur. Wenn Verkleidung dich mutiger macht: Do it. Und denk dran: Schreibmonat November: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um dich.


Eigene Schreibchallenge starten …

Du musst nicht sofort 50.000 Wörter anpeilen.

Starte klein:

  • Lies eine alte Idee noch mal durch.
  • Schreib sie um. Oder neu.
  • Ändere Perspektiven.
  • Spiele mit ihr.
  • Streiche Szenen, Kapitel oder ganze Passagen.
  • Füge Drama, Liebe und Humor hinzu.

 

Oder:

  • Schreibe Kurzgeschichten.
  • Sammle Themen.
  • Schreibe täglich nur zwei Sätze über eine Woche hinweg.

Zwei Sätze mögen wenig wirken. Aber sie bringen dich zurück in Bewegung. Zurück zu deinem Schreibrhythmus.

Hör auf, dich Autor zu nennen, wenn du nichts schreibst! 


Wie viele Wörter pro Tag sind sinnvoll?

 

Da scheiden sich die Geister. Die einen schreiben 1500 Wörter am Tag. Bei manchen geht nichts unter 3000. Was super ist. Aber man darf nicht vergessen, dass jeder anders ist. Was bedeutet, dass man nicht gleich viel Zeit am Tag hat.

Viele haben extremen Stress in der Arbeit, aber auch in der Familie. Weil man jemanden pflegen muss. Oder man Kinder hat etc. Deswegen fangt gemütlich an. Schreibt eine Woche lang einfach nur zwei Sätze. Um wieder ein Gefühl fürs Schreiben zu bekommen.

Denk dran:

  • Es gibt keine goldene Zahl.
  • Manche schreiben 3000 Wörter. Andere 300.
  • Und manche eben nur zwei Sätze.
  • Schreiben ist kein Wettbewerb.
  • Es ist ein Rückweg zu dir selbst.

 

Sicherlich ist es ein tolles Gefühl, wenn man die 50.000 Wörter schafft. Und man eine Hälfte einer Geschichte vor sich liegen hat. Aber es geht davon auch nicht die Welt unter, wenn du es nicht schaffst. Weder einen Marathon kann man ohne Vorbereitung laufen, noch sollst du irgendeine Pyramide bauen. 

Du sollst auch keinen Mount Everest besteigen. Nein, du sollst nur wieder dieses Gefühl der Freude und der Lust verspüren, wenn du die Sätze vor dir siehst, die aus dir gesprudelt sind. Ohne diese Last perfekt zu sein. Ohne Kritik zu bekommen, dass deine Idee seltsam ist.

Also, glaub an dich und ran ans Schreiben! Denn der Schreibmonat November ist da! Es geht nicht um Perfektion. Es geht um dich. Um deine Geschichte.


Übungen, die dir den Einstieg erleichtern …

 

Manchmal will man schreiben, nur weiß man nicht so genau, worüber. Dann sitzt man da und grübelt vor sich hin. Wie fängt man an? Und eh man sich versieht, ist der Tag herum und das Blatt leer. 

Kleiner Tipp: Kehrt zurück zu den Wurzeln. Schreibt eure ersten Kapitel auf Papier und mit Kuli. Später, wenn ihr es dann übertragt, könnt ihr schon einiges bearbeiten. Aber es fühlt sich so frei an. Weil man dann egal wo schreiben kann. Ohne Angst zu haben, dass einer dir den Laptop klaut.


1. Die Kettenübung

Begriffe: KuhHaus Schatz ZeitTee Esel LöffelLied Dach.

Du hast 5 Minuten Zeit. Schreib eine Mini-Story mit allen Wörtern. Sie muss nicht gut sein. Sie muss nur entstehen.

 

Die sture Kuh Wilma

Die Kuh Wilma spaziert an einem alten Haus im Wald vorbei. Das Fenster steht offen. Sie blickt hinein. Etwas funkelt sie an. Es ist ein Schatz, in einer Truhe. Den will sie haben, denkt sich die Kuh und versucht es durchs Fenster. Nur passt sie nicht hindurch. Die Lücke ist zu klein.

Von Weitem hört sie die Leute kommen. Denn es ist schon wieder Zeit für einen Tee. Ein Mann, ein kleines Mädchen und ein Esel laufen den Pfad zur Hütte entlang. Die Kuh versteckt sich hinterm Busch.

Der Mann bindet den Esel ans Fensterbrett und geht zusammen mit dem Mädchen ins Haus, wo sie ihre Teepause mit einem Stück Kuchen einläuten.

Der Esel wartet geduldig vor dem Fenster und grast. Die Kuh schleicht sich von hinten an ihn heran. Er zuckt zusammen und erschrickt. Die Kuh muht. Der Esel i-aht. Beide reden aneinander vorbei.

Der Mann wirft einen Löffel aus dem Fenster, weil ihn das Gemaule draußen nervt. Schnell nimmt die Kuh den Löffel und befreit den Esel aus seinem Geschirr. Der dankt es ihr mit einem lauten Wirren. Die Kuh nickt in Richtung des Fensters, wo jetzt auch der Esel den Schatz entdeckt.

Die Kuh versucht, ihn durchs Fenster zu schieben, doch er ist zu schwer für sie. Dann nimmt er Anlauf und springt ins Haus. Schnappt sich den Schatz, die goldenen Münzen, und rennt um den Tisch herum.

Die Vögel gesellen sich aufs Fensterbrett und pfeifen im Rhythmus: Run, Run, Run. Und der Esel stürmt aus der Küche in den Flur und saust die Treppen hinauf aufs Dach. Dort oben steht er dann. Gefangen, aber glücklich. Denn er hält den Schatz im Maul. Doch die Kuh lässt ihn nicht im Stich. Sie sucht ein Hilfskommando und rettet ihn. Dann rennen sie geschwind davon, wie der Wind.

Nicht perfekt. Aber eine erste Geschichte ist entstanden und ob man will oder nicht, hat man automatisch ein paar Bilder im Kopf.

Also, probiert es doch mal aus. 💪🏻😉

Die Kuh Wilma und der Esel


2. Geschichten spinnen auf Papier …

 

Nimm ein DIN-A3-Blatt. Unterteile es in vier Bereiche: Drama, Humor, Liebe, Eigenschaften.  Fülle alles, was dir einfällt, hinein. Augen zu, jeweils ein Wort auswählen.

5 Minuten schreiben. Es ist egal, ob es Sinn ergibt. Es zählt, dass du schreibst.

Auch hier geht es darum, dass sie nicht perfekt sein muss. Sie soll dich nur inspirieren, wieder zu schreiben. Damit du zurück in deinen Schreibflow findest. Du kannst auch ein Gedicht dazu schreiben. Gib dir selbst die Länge vor. Oder zwing dich, kurze Sätze zu schreiben.

Mir ist etwas zum Thema Clown, Lachen, Liebe und Alleinsein eingefallen.

Beispiel: Kurze Sätze

 

Ein Clown

Ein Clown sitzt auf der Bank.  Ganz allein. Sein Lachen. Fort. Sein Talent. Begraben. Seine Laune. Davon gelaufen. Seine Liebe. Weg. Sein Herz. Stolpert in der Brust. Sein Make-up. Zur Fratze zerlaufen. Sein Leben. Allein.

Ein Clown.

Suhlt sich in Einsamkeit. Freud und Leid beisammen. Das Atmen verlernt. Das Lachen verloren. Die Kunst ist erloschen. Der Humor ist gestorben. Welch triste Welt. Welch Schmerz in der Brust. Der Clown eins ein Zeichen der Freude. Heute ein Zeichen des Bedauerns. Allein.

Der traurige Clown

Macht es Sinn? Vielleicht ja. Vielleicht nein. Aber ich habe wieder ein paar Zeilen geschrieben. Denn dafür ist der Schreibmonat da. Dass man wieder die Freude beim Schreiben spürt. 🥳👩🏼‍💻


Fazit

 

Hin und wieder braucht man einen eigenen NaNoWriMo, um als Autor wieder an den Ursprungspunkt zukommen. Warum schreibe ich eigentlich? Warum habe ich mit dem Schreiben angefangen? Was bringt mir das Schreiben? Diese Fragen vergessen wir mit der Zeit. Wir verdrängen sie. Dabei machen sie uns aus. 

Der Schreibmonat ist eine Rückkehr. Zur Freude. Zur Neugier. Zu dir. Geh spazieren. Beobachte Menschen. Oder blättere einfach mal wieder in Kinderbüchern und hol dir Inspiration. Hör zu, wenn du eine Unterhaltung führst. Lass das Handy mal zu Hause.


Und dann frage dich:

 

Wer? Wie? Was? Warum? Und wechsele immer wieder die Perspektive. Was wäre, wenn …

Und die Geschichten kommen. Und die Ideen fliegen zu dir hin wie Schmetterlinge.

Ich glaub an dich. 💪🏻💪🏻💪🏻

AUUUUUU 🐺 

Eure Pauli Wolf 🐾🤪

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